Kirchtürme verbieten?
Da zeigen sich die Grenzen der direkten Demokratie: Es geht um Minderheitenrechte, und der Sachverhalt ist kompliziert. Beides lässt sich nicht mit Mehrheits-Ja oder -Nein regeln, jedenfalls nicht, wenn man einen hohen Preis vermeiden will. Den muss die Schweiz nun wohl bezahlen, weil ihre Weltoffenheit angezweifelt werden darf und weil womöglich vielerorts begehrtes Geld aus islamischen Ländern nun anderswo ankommt. Und das wohlgemerkt nicht wegen der Moscheen, sondern "nur" wegen der Minarette? Auch ich will nicht so tun, als ließen sich komplizierte Fragen einfach beantworten, aber ein Verbot von Kirchtürmen kann doch die Lösung nicht sein. Im Gegenteil: Raus aus den Hinterhöfen mit den Moscheen, hinein in die Städte damit, erhoben durch architektonischen Anspruch, zugänglich für alle, als Angebot und Demonstration von Selbstbewusstsein zugleich. Das wäre wohl Integration, weil sich eine Moschee (samt Minarett, dessen Bauweise womöglich sowieso durch treffliche Vorschriften eingegrenzt wäre) damit öffentlich macht und wie eine moderne christliche Kirche gleichsam automatisch auch der Diskussion stellt.
kulturchronist - 1. Dez, 15:53


















