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persoenlich

Montag, 16. November 2009

Paris!

Eine Woche in der französischen Hauptstadt, nachbereitet im Netz

Fahrzeit Stuttgart-Paris: unglaubliche 3 ½ Stunden. Mit „TeeScheeWöö“, wie eine Bekannte kürzlich sagte. Der TGV scheint mir für den Fahrgast angenehmer zu sein als unser ICE, allerdings mit (noch) weniger Platz für Gepäck – auf der Rückfahrt kamen asiatische Fahrgäste mit ungefähr zwölf riesigen Koffern, die dann Eingangs- und Durchgangstüren stapelweise versperrten. Ach, die Sehnsucht nach dem guten alten Gepäckwagen!

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Ankunft Paris Gare de l’Est mit prima Metro-Anschluss, sehr hübsch die Linie 7bis (heißt nur 7b, klingt doch aber viel netter), die zu meinem Quartier in den Stadtteil Buttes-Chaumont führte. Der gleichnamige Park ist aus den früheren Gipsabbaustätten entstanden, die auch den Bau der Metro erschwerten. Von Anfang an nützlich: der Stadtplan in Form eines kleinen Heftchens namens Paris Pratique. Und ebenso nützlich: Zwei Podcasts zum Französischlernen, die ich auf der Hinfahrt und dann morgens beim Joggen im Park hörte. Laetitia erzählt ganz niedlich von ihrem Alltag, und Louis macht den Podcast für englischsprachige Interessenten, was für mich einen angenehmen Doppeleffekt hatte. (Und was für einen netten Akzent er im Englischen hat!) Französisch überhaupt: Es lief ganz gut und ich bekam Komplimente, wobei mein Wortschatz mich gar nicht zufrieden stellt. Ich spreche es sehr gerne und offenbar ganz gut (man hielt mich nacheinander für einen Belgier, Schweizer oder Luxemburger – sind das nun Komplimente?) – anstrengend erscheint mir beim Französischen mehr als beim Englischen, nicht aus dem Sprachduktus zu rutschen, sozusagen „auf Niveau“ zu bleiben. Am Abend die sehr lebhafte Rue de Belleville mit schönsten Geschäften besichtigt. Torten à 40 Euro – die Geldscheine verschwinden in Paris mit einer Geschwindigkeit aus dem Portemonnaie, die ihresgleichen noch sucht. (Nein, die Torte habe ich nicht gekauft.)

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Straßenbahntag! Ich fuhr die Linien T3 und T2 in jeweils voller Länge ab. Ganz unterschiedliche Strecken, die eine typisch Straßenbahn im Stadtbild, die andere eine Überlandbahn im Seinetal. Unterschiedliche Fahrzeuge auch (Citadis-Variationen, wobei auf der T3 die breitesten Trams fahren, die ich je gesehen habe), sehr komfortabel und flott. Hübsch der Hinweis: „le freinage peut être brusque“ – raue Bremsmanöver kennt man bei der Metro natürlich kaum.

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Ankunft mit der T2 nach langer Fahrt in der unterirdischen Station von La Défense. Was für ein Eindruck, wenn man da ans Tageslicht kommt! Sofort bekam ich Lust, mal wieder SimCity zu spielen. Ich finde diesen Stadtteil faszinierend, wie mich überhaupt gerade bei diesem Paris-Besuch die moderne Architektur besonders angesprochen hat, mehr als das „alte“ Paris. Das gilt auch für die Cité de la Musique und das Institut du Monde Arabe, beides Mittérand-Kühnheiten aus den „grands travaux“. Nun ja, das Sonnenkönighafte der französischen Präsidenten hat auch sein Gutes, hierzulande würden solche Großprojekte wohl schnellstens zerredet („was das kostet!“). Die Cité de la Musique hatte leider für mich ungünstige Öffnungszeiten – aufgeschoben! Im Institut du Monde Arabe hingegen besuchte ich eine sehr schöne Ausstellung islamischer Kunst. Wie später im Louvre, wurde ich auch hier kontrolliert und mein Rucksack wurde durchleuchtet. Auf dem Rückweg, auf der Ile Saint Louis, „Flan au chocolat“ gegessen – ich glaube, das ist Mürbeteig mit Pudding? Jedenfalls schmeckte es fabelhaft.

Abends parallele Live-Übertragung der Feiern in Berlin und Paris im französischen Fernsehen. Alles sehr eindrucksvoll. Der Moderator bei TF1 war allerdings sehr verwundert darüber, dass das Gedenken an den Mauerfall in Deutschland viel fröhlicher inszeniert wurde als in Frankreich.

Am nächsten Tag endlich ein persönliches Treffen mit Jean Bollack, dessen Internetseiten ich seit über zwei Jahren betreue, und seiner Frau Mayotte. Beide über 80, nicht zu glauben. Ein anregendes Gespräch, das vielleicht zu einem neuen philosophisch-philologischen Blog führen wird. Danach ein rauschhaftes Erlebnis: Die Impressionisten im Musee d’Orsay. Ganz benommen war ich von den vielen Renoirs, Monets und Manets, und später enttäuscht von den Reproduktionen, die man kaufen kann. Danach ins Carrousel du Louvre, großes unterirdisches Einkaufszentrum, wo man auch Karten für den Louvre selbst im Voraus bekommt. Bei Virgin allerdings war die „billetterie en panne“, beim kleinen Tabakladen klappte es.

Donnerstag also der Louvre – schlicht sensationell. Und ja, die Mona Lisa, auf die wir am frühen Vormittag einen relativ freien, nur vom ständigen Blitzlichtern vor allem, pardon, der asiatischen Besucher beeinträchtigten Blick hatten; ja also, die Mona Lisa verfolgt uns mit ihrem Blick, so lange sie in Sicht ist.

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Danach Butterbrot bei einem der vier Pariser Lokale der belgischen Kette Le pain quotidien – immer wieder erfreulich. Am angenehmsten, weil weniger überlaufen ist die Filiale in der Rue de Varenne, auch wegen des clownesken Kellners, der nur zum Spaß zwischendurch mit einem Kaffeelöffel gegen eine der Hängelampen über der „table commune“ klopfte und damit einen Kurzschluss verursachte. Und das Geschäft des CD-Labels harmonia mundi nahe der Opéra Garnier, auch sehr schön und gemütlich, weil mit übersichtlichem Sortiment ein Kontrapunkt zu den Megastores à la fnac.

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Dann Versailles – nun ja. Jeder Stein des Schlosses, jeder Quadratmeter des Parks ruft „L’état c’est moi“, und eigentlich gefällt mir das nicht. Die Räumlichkeiten, ja, sie sind schön, aber auch bedrückend. Anders ist das mit den Kirchen Saint Eustache und Saint Sulpice (ja, letztere ist die aus „Sakrileg“), die beide sehr beeindruckend sind. Überhaupt die Pariser Kirchen – die Pracht ist gezügelt, streng, geheimnisvoll. Saint Eustache, wo Jean Guillou Titularorganist ist, war früher die Marktkirche und wacht nun über das im Grunde entsetzliche Einkaufszentrum Forum Les Halles, lärmend, voll, und die gesuchten CDs hatte Fnac dort beide nicht. (Der Klassikverkäufer rümpfte die Nase, weil wir ihn nach Stings Dowland-Platte fragten. Nein, Sting sei grundsätzlich beim Pop zu finden.)

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Am nächsten Tag noch ein bisschen Shopping, dieses Mal in den Galeries Lafayette. Doch doch, dort ist es großartig, nicht nur, aber auch wegen der glücklicherweise rechtzeitig aufgestellten Weihnachtsdekoration. Und welch eine Auswahl von allerlei Luxusleckereien!

Schluss- und Höhepunkt: Der Besuch beim Titularorganisten von Notre-Dame, Olivier Latry, auf der Orgelempore, wo er bei jedem Dienst gewissermaßen Hof hält – Studenten, andere Organisten, mehrere Assistenten und ich, weil ich für die Philharmonie Luxemburg einen Programmhefttext vorbereite und mir die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch natürlich nicht entgehen lassen wollte. Ein angenehmer Mensch und ein märchenhaft guter Organist, dessen Improvisationen zu den beiden Messen, die ich dort oben verfolgte, ganz schön avanciert waren. Da die Kirche nach der Messe am Samstagabend auch für die Touristen geschlossen wird, hatte ich die Möglichkeit, eine völlig menschenleere Notre-Dame de Paris von der Orgelempore aus zu fotografieren. Das dürfte dann doch „einmalig“ gewesen sein.

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Aber was ich noch immer nicht verstehe: Warum lässt die französische Eisenbahn ihre Passagiere immer bis zum letzten Moment im Unklaren, von welchem Gleis ihr Zug abfährt?

Sonntag, 1. November 2009

Wort zum Sonntag

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Werners Spruch zum Tage (aus aktuellem Anlass): "Ohne Spülmaschine ist man ja nur ein halber Mensch."

Freitag, 16. Oktober 2009

Die Frage des Lebens

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Länger schon gespeichert, endlich gehört: Eine Folge von Essay und Diskurs im Deutschlandfunk, ein Gespräch mit Renan Demirkan, das man hier als mp3-Datei abrufen kann. Es hat gewisse Längen, aber beeindruckt hat mich, wie Demirkan ihre Tochter zitiert: Im Gegensatz zu ihr selbst, die sich viel mit Spielarten von Selbstfindung beschäftigt hat, frage diese nicht "Wer bin ich?", sondern "Wer will ich sein?". Darüber lohnt sich nachzudenken.

Samstag, 4. Juli 2009

Statistik!

Wenn ich die "meistgelesenen Beiträge" dieses Weblogs aufrufe, erscheint als erstes, und zwar mit sieben Mal soviel Klicks wie der folgende Beitrag, mein kleines Geschimpfe über die Post. Sodann tummeln sich fast alle Beiträge der "superb story" auf den Folgeplätzen, dazwischen ein Textchen mit dem Titel "Die Großmutter und die drei Tenöre". Ach ja, und meine kleine Anmerkung zu Thomas Kretschmanns Boss-Parfum-Reklame. Was sagt uns das nun? Post, Auto, Kretschmann, drei Tenöre - danach wird gesucht, das interessiert die Surfer. Mensch, Ihr Kulturinteressierten, klickt doch mal ein bisschen mehr! Ist ja sonst peinlich.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Eine Woche Pause

Berlin!

Montag, 2. März 2009

Aber jetzt: Eurovision Song Contest

Es ist ja schon mächtig was los auf der eurovisionären Szene. In die teilweise ätzende Kritik am deutschen Beitrag (und an der Art und Weise, wie der NDR einen Bock nach dem anderen schießt und Herr Feddersen wieder alles ganz prima findet) will ich gar nicht einstimmen. Aber mal zum Vergleich den Beitrag aus Norwegen nehmen:

DE schickt einen unbekannten Amerikaner, angeblich "Musicalstar"

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NO schickt einen dort aufgewachsenen, in Weißrussland geborenen jungen Mann, der nicht nur gut singen kann, sondern auch Geige spielen und der seinen Titel selbst komponiert hat

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DE bietet einen Song, der angeblich swingt und auch ein bisschen so klingt (damit hatten wir 2007 ja auch schon großen Erfolg!), aber unterm Strich sehr langweilig ist - NO bietet ein Lied, das nach Irland, Skandinavien und Osteuropa zugleich klingt

DE nennt seinen Act "Alex swings Oscar sings", präsentiert ihn in einer vermeintlichen Gala mit Playback und aufgedonnerter, dennoch nichtssagender Show, an der zu allem Überfluss auch noch Produzent Alex C. etwas unentschlossen am Klavier herumsitzt - in NO wird natürlich live gesungen bei der Vorentscheidung, Alexander Rybak hat athletische Tänzer hinter und zwei gut angezogene (!) und ebenso singende Damen neben sich

Für die Präsentation des DE-Beitrags gibt es fast gar keinen Applaus, die Webseiten der beiden Hauptbeteiligten zeigen entweder halbnackte Frauen (ach ja, Alex C. hat ja den bedeutenden Song vom schönsten A... der Welt geschrieben!) oder einen schönen Mann, jedoch ohne Info - NO: Der Song ist schon vor der Vorentscheidung auf Platz 1 in den Charts, gewinnt mit sieben Mal mehr Stimmen als der Zweitplatzierte und wird frenetisch bejubelt. Alexander Rybak ist zwar nur auf MySpace zu finden, was aber durchaus sympathisch bescheiden wirkt

DE: Der NDR gibt die Mitglieder seiner Jury für den Wettbewerb im Mai bekannt, obwohl er es höchstwahrscheinlich nicht dürfte...

Oh jeh, "wir" Deutschen, wir wollen mal wieder unter den "Last Five" landen. Aber macht nix: Man mag sich ja nicht mal im Traum vorstellen, dass der NDR einen Song Contest ausrichten müsste. Zu süß, wie manche schon wieder von "Berlin 2010" träumen und über die Moderatoren spekulieren.

Aber nun vergleicht mal schön:



Dienstag, 24. Februar 2009

Wenn der Sohn mit dem Vater...

Tilman Jens ist mir nicht sympathisch, und auch ich finde es befremdlich, dass er in der Bild-Zeitung die Demenz seines berühmten Vaters Walter Jens bis ins Detail beschreibt. Aber es lohnt, auch die Reaktionen darauf kritisch zu betrachten. Wer von jenen, die sich über Jens junior aufregen, hat selbst einen dementen Vater, eine demente Mutter? Wer von ihnen ist vielleicht nur peinlich berührt, den Verfall einer Persönlichkeit beschrieben zu sehen, weil er oder sie von Demenz im Grunde nichts wissen will? Wer denkt dabei vielleicht an die eigenen Eltern oder gar an sich selbst - und bestraft Jens dafür, dass er an Tabus rührt? Ich, der an und mit einer demenzkranken Mutter leidet, spüre durchaus Solidarität und ja, auch Erleichterung, wenn ich von den Erfahrungen anderer lese, und ich akzeptiere das bedrückende, bedrohliche Gefühl, dass auch Geistesgrößen nicht vor dieser Krankheit geschützt sind. Und ich finde sehr wohl, dass man dieses Thema "vorführen" muss selbst um den Preis, dass man damit den Demenzkranken "vorführt". Ich halte das für besser, als ihn oder sie beschämt zu verstecken, auch wenn es allen Beteiligten wehtut.

Dienstag, 2. Dezember 2008

Hollywood in Görlitz, wer hätte das gedacht

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Oho - "die vielleicht schönste Stadt Deutschlands" nennt der Autor eines FAS-Artikels mein noch immer geliebtes Görlitz. Das "vielleicht" hätte er getrost weglassen können. Schön, dass die Stadt, die noch immer Einwohner verliert, wenigstens als Filmkulisse reüssiert. Aber: Warte ab, Görlitz, Deine Zeit kommt noch.

Das Bild oben stammt aus dieser Quelle. Der Autor hat aber Unrecht, wenn er - so verstehe ich ihn - die hohen Mieten der renovierten Altbauwohnungen als Grund für den Leerstand anführt. Nein, so ist es nicht, sondern viele Görlitzer bleiben lieber in ihren Plattenbauten als in die Altstadt umzuziehen, trotz paradiesisch niedriger Mieten. Warum, kann ich noch immer nicht verstehen.

Dicke Katzen ohne Chance!

Ich sag es ja: Dicke werden benachteiligt. Mein Katzenfoto auf dem letzten Platz in der Novemberabstimmung, unerhört! (Aber doch vorhersehbar.)

http://www.literarischer-katzenkalender.de/katzen/vote/ergebnis

Samstag, 15. November 2008

Von wegen "Rund, na und"

Da sieht man es mal wieder, dass, wenn's drauf ankommt, Vollschlanke erfolglos bleiben: Die selbstbewusst dicke Katze, die ich in einem Dorf nahe Waiblingen fotografierte, liegt in der Abstimmung zum Literarischen Katzenkalender derzeit auf dem letzten Platz. Also, liebe Leute, beweist mir, dass Molligsein keine Schande ist, und klickt an der richtigen Stelle!

http://www.literarischer-katzenkalender.de/katzen/photodesmonats

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