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kulturell

Montag, 12. Oktober 2009

Nachtrag zu Judith oder: Wann beginnt eine Kooperation?

Eine umfang- und gedankenreiche "Judith"-Rezension hat Stefan Kister in der heutigen Stuttgarter Zeitung veröffentlicht. Den musikalischen Anteil lobt er als "mit das Beste, was die Staatsoper in aufführungspraktischer Hinsicht auf dem Gebiet Alter Musik zu bieten hat". Ach, wenn es doch so wäre. Dirigent Lutz Rademacher und sein Stellvertreter Jörg Halubek treten als Gäste auf, ebenso die Solisten Daniel Gloger und Nadja Stefanoff (letztere allerdings für ein Ensemblemitglied eingesprungen, aus dem Opernensemble kommt auch der Bassist Matias Tosi), die vier Gesangsstudenten als Chorquartett sind ebenfalls Gäste wie auch das ganze Spezialorchester Il Gusto Barocco - in dem sich dem Anschein nach aber auch Mitglieder des Staatsorchesters finden, das als solches, also als hauseigener Klangkörper offenbar nicht zur Verfügung stand. Fazit: Eigentlich waren Kräfte der Staatsoper an diesem Abend zumindest auf der Bühne fast gar nicht beteiligt (hinter den Kulissen und auf dem Papier immerhin Dramaturg Xavier Zuber). Wiegt man dies und den Begriff "Kooperation" gegeneinander ab, darf man sich schon fragen, ob das in diesem Fall nicht mehr Etikett als Inhalt war. Und ob dies, über Stuttgart hinaus, nicht ziemlich oft genau so ist.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Glückwunsch, zum zweiten!

Auch darüber darf man sich freuen. Ein Interview vom Kollegen Götz Thieme mit Jossi Wieler und Sergio Morabito, designiert als Intendant und Chefdramaturg der Stuttgarter Oper ab 2011. Das ging ja nochmal gut - was nach dem unerquicklichen Vorspiel um die Besetzung des Intendantenpostens nicht unbedingt zu erwarten gewesen war. Auch hier: Glück auf!

Freitag, 25. September 2009

Seine Majestät, der Kaiser, spricht zu uns



Sehr schön: "Ganz glücklich war ich mit den Fragen nicht, aber beantworten kann man sie auch"... Zu den ganz grundsätzlichen Themen der klassischen Musik, aber auch zu verblichenen und aktuellen Klassik-Promis äußert sich Joachim Kaiser per von der SZ organisiertem Videoblog. Respekt!

Donnerstag, 20. August 2009

Hildegard Behrens

An zweierlei erinnere ich mich, wenn ich der am Dienstag verstorbenen Sopranistin Hildegard Behrens gedenke. Weniger wichtig: An einen eher flüchtigen Bekannten, der furchtbar angab mit seiner (angeblichen) Freundschaft zu der Sängerin und ihrem Mann. Viel wichtiger: An einige Worte aus Beethovens "Fidelio", die mich, als ich sie von Hildegard Behrens in einer von Georg Solti dirigierten Plattenaufnahme hörte, packten wie kein anderer Satz in irgendeinem Opernlibretto. Ich glaube, das LP-Set war überhaupt die erste Gesamtaufnahme, die ich mir kaufte. Und die Behrens sang unvergleichlich die eigentliche Botschaft dieser Oper: "Wer du auch seist, ich will dich retten". Allein dafür lohnte sich dieser "Fidelio", und ich glaube, so glühend und ehrlich, wie Hildegard Behrens diese paar Worte sang, haben das Werk zu meiner ewigen Lieblingsoper gemacht.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Großer Bahnhof für Hans Tränkle und eine positive Nebenwirkung

Wenn das kein großer Bahnhof war am 19. Juli! Am Ende standen mehrere hundert Mitwirkende auf der Bühne, die sie vorher in einer revueartigen Matinée einzeln und in Gruppen bevölkert hatten, und wünschten dem langjährigen Geschäftsführer der Stuttgarter Staatstheater alles Gute für den Ruhestand (gerne schließe ich mich an). Die mehr als zwei Stunden lange Vorstellung demonstrierte aber auch die Leistungsfähigkeit des Mehrspartenhauses, und sie verfehlte ihre Wirkung auf die anwesenden (und schlecht redenden) Politiker offenbar nicht - Minister Frankenberg hat wohl während dieser Vorstellung oder bald danach entschieden, sein Fehlverhalten in Sachen Opernintendanz zu korrigieren und ein anständiges Verfahren zur Neubesetzung einzuleiten. (Auch dafür könnte man nun womöglich das Motto der Matinée verwenden: "Danke, Hans Tränkle"? Wer weiß...)

Mittwoch, 15. Juli 2009

Haydn!

Vorerst habe ich nichts Eigenes zum zweiten der drei berühmteren Komponistenjubilare zu bieten, sondern nur einen Link. Eine der schönsten Haydn-Würdigungen fand sich nämlich nicht im Feuilleton, sondern im Reiseteil versteckt, und zwar jenem der Zeit, geschrieben von Claus Spahn.

http://www.zeit.de/2009/23/Haydn

Dienstag, 14. Juli 2009

Nun doch: Stuttgarter Oper

Ich muss zugeben: Ich bin ziemlich rat- und eigentlich auch sprachlos angesichts der Vorgänge um die Stuttgarter Opernintendanz. (Zudem kommentiere ich die örtlichen Opernthemen wegen "familiärer" Verbindungen grundsätzlich selten.) Stattdessen also die Zusammenfassung der FAZ vom 08.07.2009, die mir als treffsichere Mischung von Detailkenntnis und Außenperspektive erscheint, als Zitat.

"(...) Puhlmann erhält die Quittung für enttäuschte künstlerische Erwartungen, aber auch für unnötige handwerkliche Fehler. So ist der Nimbus des Hauses, das unter Puhlmanns Vorgänger Klaus Zehelein sechs Mal zum 'Opernhaus des Jahres' gekürt wurde, längst auf das Normalmaß eines soliden Stadttheaters geschrumpft. Darüber hinaus irritierte Puhlmann durch unglückliche Personalentscheidungen, etwa das stillose Ansinnen, seine Frau wiederholt als Regisseurin an dem Haus zu beschäftigen.

Nicht viel stilvoller verhielten sich am Montag allerdings Kunstminister Peter Frankenberg und Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (beide CDU), indem sie den Verwaltungsrat und die amtierenden Intendanten der anderen Theatersparten sogleich mit einem Nachfolgekandidaten überrumpelten: dem Kölner Kulturdezernenten und früheren Berliner Staatsopernintendanten Georg Quander, der die Oper von Herbst 2011 an leiten soll. 'Wir haben eine ganz starke Adresse auf dem Tisch', brüstete sich auch Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). Ballettintendant Reid Anderson, Schauspielchef Hasko Weber und der designierte Verwaltungsleiter Marc-Oliver Hendricks kritisierten das Vorgehen der Politiker öffentlich und forderten ein faires Nachfolgeverfahren ohne Vorabfestlegungen. Von einem offenen Wettbewerb um die besten künstlerischen Konzepte scheint aber die Politik in Stuttgart nicht viel zu halten."

FAZ (wild), 08.07.2009

Montag, 13. Juli 2009

Was man mit 30 will, soll, muss

"Mit 30 muss das Erreichte dem Erträumten standhalten" - so erinnere ich einen Satz aus dem Stück Zarah 47, das wir in Greifswald anno 1992 uraufführten. Ob man das, was man mit 30 ist, so gewollt hat, darüber und über vieles mehr denkt Katharina Wagner nach. Ein feines Portrait von Christine Lemke-Matwey im aktuellen Zeit-Magazin, auch online zu lesen.

Donnerstag, 21. Mai 2009

Radio-Symphonieorchester Wien

Gerne folge ich der Bitte, auch hier eine Petition zu Gunsten des Radio-Symphonieorchesters Wien publik zu machen. Das einzige Rundfunkorchester Österreichs sieht sich in seinem Bestand bedroht: http://www.onlinepetition.at.

Mittwoch, 4. März 2009

Die Kunst und die Welt oder: Stil und (Un-)Moral

Ist das nun schlecht gelauntes Schwadronieren oder messerscharfe, schonungslose Analyse? Ich bin ob des Essays von Lukas Bärfuss zum Thema "Stil und Moral" (so steht's drüber) bzw. "Stil und Unmoral" (so schreibt er's mittendrin) rat- und etwas sprachlos. Was sagen die Leser dazu? - Pikante Fußnote: Bärfuss erschien zu der Lesung des Essays im Literaturhaus nicht, weil er sich, so heißt es, im Datum geirrt habe. Vielleicht wollte er den Text auch nicht laut vorlesen, denn, ich erlaube mir das Wort ausnahmsweise: irgendwie ist er doch eine Beleidigung.

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