...hat mir heute früh ein Gedicht Hölderlins, "An die Parzen", als Podcast gespeichert via SWR 2, aus der Reihe
Hör-Conrady. Ganz wunderbar:
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Nur einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!
Und einen Herbst zu reifem Gesange mir,
daß williger mein Herz, vom süßen
Spiele gesättiget, dann mir sterbe.
Die Seele, der im Leben ihr göttlich Recht
nicht ward, sie ruht auch drunten im Orkus nicht;
doch ist mir einst das Heilge, das am
Herzen mir liegt, das Gedicht, gelungen:
Willkommen dann, o Stille der Schattenwelt!
Zufrieden bin ich, wenn auch mein Saitenspiel
mich nicht hinab geleitet: einmal
lebt ich, wie Götter, und mehr bedarf's nicht.
(Orthografie nach:
Der ewige Brunnen)
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Gesprochen wurde das Gedicht von Ulrich Matthes, und ich hörte es mir drei Mal nacheinander an. Was mich daran beeindruckte? Ich vermute, vor allem die Kombination aus Ehrgeiz und Bescheidenheit, aus dem Streben nach Vollendung und der weisen Selbstbeschränkung auf den wohl einmaligen großen Wurf. Darüber mache ich mir derzeit ohnehin öfters Gedanken, angesichts meiner beruflichen wie auch der privaten Umgebung. Schön ist's doch, dass ein alter Text diese "modernen" Gedanken anregen kann!
A propos Podcast und SWR2: Da gibt es auch noch das
Musikstück der Woche, regelmäßig mit Aufnahmen des RSO Stuttgart mit dem verehrten Sir Roger. Sehr zu empfehlen!