Rosenkavalier, zum ersten
Es gibt Opernabende, die einen erstmal ratlos hinterlassen. Bei manchen schleicht sich das Gefühl ein, man habe des Kaisers neue Kleidern bestaunt. Bei anderen sagt dieses Gefühl: Genialisch, aber nicht zu begreifen. Was war gestern Abend, beim neuen Stuttgarter "Rosenkavalier"? Einiges fand ich blöd, so die ausgestellten Obszönitäten. Anderes ganz prima, vor allem die Bewegungslust, mit der Stefan Herheim die großen Szenen ausarbeitet, und viele Details in der eigentlichen Personenführung. Wiederum anderes habe ich überhaupt (noch) nicht begriffen. Ich werde also baldmöglichst nochmals hingehen, dann mehr dazu - auch zur Musik, denn die fand ich gestern nur sehr mittelmäßig, was eigentlich gar nicht sein kann angesichts der nominell guten Leute am Dirigentenpult und in den Hauptpartien. Offenbar habe ich in einem akustischen Loch gesessen, wo sich auch noch ein Pfeifton nervend dazugesellte. (Nein, es war nicht mein Tinnitus! Meine Nachbarin hörte es auch!) Nun weiß ich endlich, warum es in manchen Theatern die Reihe 13 nicht gibt!
kulturchronist - 2. Nov, 13:59























