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Mittwoch, 4. November 2009

Hamm-Brücher gegen das Gejammer

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Eine Wohltat, wenn eine 88-Jährige nicht sagt: Früher war alles besser, sondern erklärt, dass es heute gut ist und warum es noch besser werden muss. Hut ab, Lady.

Dienstag, 3. November 2009

Rosenkavalier, zum zweiten

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Die Premiere vorgestern lässt mir noch keine Ruhe (zweiter Besuch am Donnerstag geplant). Im Netz gefunden (aus der Rezension von Joachim Lange in der Wiener Zeitung): "Man kann sich amüsieren und wundern, verblüfft sein und Bauklötze stauen, aber man ist nicht wirklich ergriffen." Gut auf den Punkt gebracht.

Diva der Negativität

Gerhard R. Koch in seinem Nachruf auf Heinz-Klaus Metzger in der FAZ heute: "Metzger vertrat eine geschichtsphilosophische Schwärzest-Sicht und war überzeugt vom unausweichlichen endgültigen Untergang der Menschheit. Doch in Formulierungen, die selbst Adornos Sprache grobschlächtig wirken ließen, wurde er zur Diva der Negativität, zur Callas des metaphysischen Desasters: ein musikdenkerischer Schriftgelehrter im Grandhotel Abgrund." Das erinnert mich an meine Studienzeit. Irgendwann danach schieden sich wohl die Geister in Schwärzestseher und Pragmatiker.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Die Zeit in Hochform

In mehr als einem Vierteljahrhundert "Zeit"-Abonnement (ach ja, liebe Leute dort: Ein kleines Briefchen zu diesem Anlass wäre nett gewesen) gab es Phasen, in denen meine Freundschaft zu diesem Blatt auf die Probe gestellt wurde. Zurzeit aber kann man die seit einiger Zeit etwas derbe Aufmachung der Titelseite verschmerzen, da die Artikel im politischen Teil wieder von erster Güte sind. Letzte Woche fand ich Christoph Dieckmanns Portrait der Christine Lieberknecht ganz hervorragend: Wie er ohne viele Zitate den Tonfall der Politikerin trifft, Schwachstellen verdeutlicht, ohne überheblich zu dozieren, das taugt mir sehr zum Vorbild. In der heute angekommenen Ausgabe anregende Artikel über die neue Regierung, über Angies Boygroup (schön, dass sie die neben ihrem Girls Camp auch hat) und sehr differenziert auch über die teils kenntlichen, teils im Nebel der Wirklichkeit noch diffusen Pläne der Koalitionäre.

Dienstag, 20. Oktober 2009

Fehler, Verdienste und die Erinnerung

Die geschätzte Kolumnistin Sibylle Krause-Burger hat Recht, wenn sie auf die Tücken der menschlichen Erinnerung hinweist und ausgerechnet "Birne" Kohl anführt, dessen Ruf sich mehr auf Peinlichkeiten als auf Verdienste gründet. Und das auch gleich auf Sarrazin und Steinbrück ausdehnt. Gut gegen den Strom geschwommen!

Montag, 19. Oktober 2009

Das Zeitmagazin

Ich stapele zwar brav die Ausgaben, aber wohl eher in memoriam des "alten" Zeitmagazins. Immer wenn ich eine aktuelle Ausgabe durchblättere, stelle ich fest: Es interessiert mich ganz und gar nicht. Warum nicht, versuche ich noch immer zu verstehen.

Der allsonntägliche Machismo

Hin und wieder lese ich die Seiten "Technik und Motor" der FAS ja ganz gerne, aber seltsam erscheint es mir doch, dass in Zeiten, wo so mancher jede Mark umdrehen muss, auf der ersten Seite ein Maybach und auf der zweiten ein Rolls-Royce vorgezeigt wird. Und dann so Sprüche wie "Über den Kraftstoffverbrauch ... diskutieren die Kunden kaum" - kein Wunder, sind ja auch nur 16,4 Liter, Normverbrauch wohlgemerkt, beim Maybach Typ Zeppelin soundsoviel. Und der kompakte Rolls-Royce namens Ghost ist 5,40 Meter lang, mehr als ein halber Meter länger also als mein in den Worten meiner Mutter "furchtbar langer" Skoda (und ich hadere mit einem schlechten Gewissen, schön blöd bin ich). In dem Fahrbericht kommt der Verbrauch schon gar nicht mehr vor, das Auto hat ja auch nur 570 PS (in Worten fünfhundertundsiebzig), der Maybach hat 640. Preise zwischen rund 300.000 und 600.000 Euro. Ist das noch zu fassen? Schön sind sie übrigens nicht, diese Autos. Aber die Internetseiten, immerhin.

http://www.maybach-manufaktur.com/
http://www.rolls-roycemotorcars.com/

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Herzlichen Glückwunsch!

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Gestern noch habe ich sie lesen sehen und hören bei einer sehr schönen Veranstaltung im Literaturhaus Stuttgart, und eben höre ich in den Nachrichten, dass sie den Nobelpreis erhält - ich fühle mich regelrecht mitgeehrt! Herta Müller machte einen großen Eindruck auf mich, weniger mit den Auszügen aus dem Roman Atemschaukel selbst als mit ihrer eindrucksvollen, ebenso ehrfurchtgebietenden wie freundlichen Persönlichkeit. Da kann man ja nur noch respektvoll gratulieren!

Montag, 13. Juli 2009

Johannes Calvin - 500 wird er schon

Zum 500. Geburtstag von Johannes Calvin hat Rolf Spinnler in der Stuttgarter Zeitung (10.07.2009) einen sehr schönen Beitrag geschrieben, der sehr anregend Nutzen und Widersprüchlichkeit des "reformierten" Glaubens aufzeigt, und auch die Perversion von dessen Ideen: "Ein Begriff des Bösen hat die politische Agenda erobert, der nicht mehr das Schlechte meint, das man verhindern, sondern die Sünde, die man bestrafen muss. Die politischen Gegner sollen nicht lediglich an ihrem Tun gehindert, sondern gezüchtigt, umerzogen und bekehrt werden: Politik ist nicht mehr die Kunst, dem Schlimmen zu wehren, sondern wird zum Kreuzzug gegen das Reich des Bösen."

Samstag, 23. Mai 2009

Was zu beweisen war

In der "Zeit" vom 20. Mai hat Adam Soboczynski einen zwar traurigen, aber doch auch anregenden Artikel unter dem Titel "Das Netz als Feind" geschrieben: "Warum der Intellektuelle im Internet mit Hass verfolgt wird". So manch einer der Leserkommentare zur Online-Ausgabe bestätigt, was er schreibt - quod erat demonstrandum... Und: Honny soit qui mal y pense. Jawohl!

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