Nachtrag zu Judith oder: Wann beginnt eine Kooperation?
Eine umfang- und gedankenreiche "Judith"-Rezension hat Stefan Kister in der heutigen Stuttgarter Zeitung veröffentlicht. Den musikalischen Anteil lobt er als "mit das Beste, was die Staatsoper in aufführungspraktischer Hinsicht auf dem Gebiet Alter Musik zu bieten hat". Ach, wenn es doch so wäre. Dirigent Lutz Rademacher und sein Stellvertreter Jörg Halubek treten als Gäste auf, ebenso die Solisten Daniel Gloger und Nadja Stefanoff (letztere allerdings für ein Ensemblemitglied eingesprungen, aus dem Opernensemble kommt auch der Bassist Matias Tosi), die vier Gesangsstudenten als Chorquartett sind ebenfalls Gäste wie auch das ganze Spezialorchester Il Gusto Barocco - in dem sich dem Anschein nach aber auch Mitglieder des Staatsorchesters finden, das als solches, also als hauseigener Klangkörper offenbar nicht zur Verfügung stand. Fazit: Eigentlich waren Kräfte der Staatsoper an diesem Abend zumindest auf der Bühne fast gar nicht beteiligt (hinter den Kulissen und auf dem Papier immerhin Dramaturg Xavier Zuber). Wiegt man dies und den Begriff "Kooperation" gegeneinander ab, darf man sich schon fragen, ob das in diesem Fall nicht mehr Etikett als Inhalt war. Und ob dies, über Stuttgart hinaus, nicht ziemlich oft genau so ist.
kulturchronist - 12. Okt, 13:31
















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