Verteufelt, verteufelt
Gestern prangte mir ein neues Wahlplakat entgegen: "Sie entscheiden: Starke SPD oder schwarz-gelber Kahlschlag". Nun habe ich gar nichts gegen eine starke SPD, so lange sie die Stimmen von den Linken zurückgewinnt. Aber das Verteufeln von "schwarz-gelb" (man könnte auch wieder bürgerliche Koalition sagen) nervt, und ich muss meine Furcht gestehen, dass es (wieder) verfängt und Wirkung zeigt. In höchster Not tut die SPD nun so, als sei eine bürgerliche Regierung Teufelswerk, als litten die vielen Länder, die von einer Mitte-Rechts-Koalition regiert werden, unter saurem Dauerregen - und anscheinend war dann auch Deutschland unter Kohl ständig dem Untergang geweiht. Tatsächlich wurde damals eher sozialdemokratisch regiert, und die neoliberalen Missetaten beging anschließend ausgerechnet eine rot-grüne Regierung. Danach brachte es Rot-Grün fertig, gegen die eigene Politik Wahlkampf zu machen, als sei man vorher in der Opposition gewesen (so damals die NZZ). Ach wenn's doch schon Sonntag wäre! Übrigens prophezeit heute die NZZ und hat wohl wie meistens Recht: "Ob die CDU mit den Liberalen oder den Sozialdemokraten regiert, wird nur in Nuancen spürbar werden."
kulturchronist - 23. Sep, 10:18
















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