Zwei schöne, einfache Filme


Mit einfachen Mitteln kann man schöne Filme machen, die gar nicht nach "Low Budget" aussehen. Zwei davon - erschienen in dem Schatzkästlein Große Kinomomente des Kulturspiegel - sind Transamerica und Das geheime Leben der Worte. Letzterer behandelt indirekt den Krieg in Bosnien, gespiegelt durch das Verhalten und Schweigen einer Betroffenen, das wiederum gespiegelt wird durch das Reden eines schwer Brandverletzten. Seltsam, dass Regisseurin Isabel Coixet offenbar unbedingt einen Star wie Julie Christie einbauen wollte, die nun reichlich unmotiviert, selbstgefällig, zickig und völlig überflüssig einen Vortrag über den Krieg halten muss, der die berührende, beunruhigende Wirkung des Films zum Thema "Vergessene Kriege" schwächt statt verstärkt. Da wäre weniger mehr gewesen: Gerade weil man lange Zeit nur ahnt, was passiert ist, und die schlimme Ahnung dann noch übertroffen wird, ist es so schockierend, und man darf doch davon ausgehen, dass der sensible Zuschauer sich den moralischen Vortrag gleichsam selbst hält. Ebenso wie Transamerica hat der Film ein zerbrechliches Happy End, bei dem man sich viel hinzudenken muss und sich wünscht, in die Zukunft sehen zu können. Ganz ähnlich ist auch die Konzentration auf zwei Hauptfiguren, die ihre Probleme erst nach langer Anlaufzeit aussprechen, geschweige denn miteinander be-sprechen können. Ruhige Filme mit Tiefgang, sehr schön.
kulturchronist - 20. Aug, 18:27
















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