Ein Modewort: "beispiellos!"
Das Adjektiv "beispiellos" hat Chancen, zum neuen Modewort zu werden. Klingt ja auch, als ob ein Ausrufezeichen eingebaut wäre, und das kommt immer gut. Mir fiel es erstmals und damals noch als originell auf, als es um die Sparguthabengarantie ging, wann war das? Im Herbst oder Winter. Seitdem ist schrecklich vieles "beispiellos". Eine hübsche Stilblüte fand ich heute in der Stuttgarter Zeitung. Dort hieß es noch korrekt, die Niederlage von Heide Simonis vor einigen Jahren im Landtag von Schleswig-Holstein sei "beispiellos" gewesen (Sie wissen schon, die Geschichte mit dem Verräter, der gegen sie stimmte, und sie konnte partout nicht aufhören zu kandidieren). In der zugehörigen Bildunterschrift wird Simonis' Konterfei garniert mit dem Satz, ihre Niederlage sei "bis heute beispiellos". Das geht ja nun eigentlich nicht, oder irre ich? Denn eben die Niederlage ist doch das Beispiel gewesen, und demnach kann sie heute nicht mehr beispiellos sein, und schon gar nicht "bis heute". Bin ich wieder zu pingelig?
kulturchronist - 18. Jul, 19:56
















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