Nun doch: Stuttgarter Oper
Ich muss zugeben: Ich bin ziemlich rat- und eigentlich auch sprachlos angesichts der Vorgänge um die Stuttgarter Opernintendanz. (Zudem kommentiere ich die örtlichen Opernthemen wegen "familiärer" Verbindungen grundsätzlich selten.) Stattdessen also die Zusammenfassung der FAZ vom 08.07.2009, die mir als treffsichere Mischung von Detailkenntnis und Außenperspektive erscheint, als Zitat.
"(...) Puhlmann erhält die Quittung für enttäuschte künstlerische Erwartungen, aber auch für unnötige handwerkliche Fehler. So ist der Nimbus des Hauses, das unter Puhlmanns Vorgänger Klaus Zehelein sechs Mal zum 'Opernhaus des Jahres' gekürt wurde, längst auf das Normalmaß eines soliden Stadttheaters geschrumpft. Darüber hinaus irritierte Puhlmann durch unglückliche Personalentscheidungen, etwa das stillose Ansinnen, seine Frau wiederholt als Regisseurin an dem Haus zu beschäftigen.
Nicht viel stilvoller verhielten sich am Montag allerdings Kunstminister Peter Frankenberg und Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (beide CDU), indem sie den Verwaltungsrat und die amtierenden Intendanten der anderen Theatersparten sogleich mit einem Nachfolgekandidaten überrumpelten: dem Kölner Kulturdezernenten und früheren Berliner Staatsopernintendanten Georg Quander, der die Oper von Herbst 2011 an leiten soll. 'Wir haben eine ganz starke Adresse auf dem Tisch', brüstete sich auch Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). Ballettintendant Reid Anderson, Schauspielchef Hasko Weber und der designierte Verwaltungsleiter Marc-Oliver Hendricks kritisierten das Vorgehen der Politiker öffentlich und forderten ein faires Nachfolgeverfahren ohne Vorabfestlegungen. Von einem offenen Wettbewerb um die besten künstlerischen Konzepte scheint aber die Politik in Stuttgart nicht viel zu halten."
FAZ (wild), 08.07.2009
"(...) Puhlmann erhält die Quittung für enttäuschte künstlerische Erwartungen, aber auch für unnötige handwerkliche Fehler. So ist der Nimbus des Hauses, das unter Puhlmanns Vorgänger Klaus Zehelein sechs Mal zum 'Opernhaus des Jahres' gekürt wurde, längst auf das Normalmaß eines soliden Stadttheaters geschrumpft. Darüber hinaus irritierte Puhlmann durch unglückliche Personalentscheidungen, etwa das stillose Ansinnen, seine Frau wiederholt als Regisseurin an dem Haus zu beschäftigen.
Nicht viel stilvoller verhielten sich am Montag allerdings Kunstminister Peter Frankenberg und Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (beide CDU), indem sie den Verwaltungsrat und die amtierenden Intendanten der anderen Theatersparten sogleich mit einem Nachfolgekandidaten überrumpelten: dem Kölner Kulturdezernenten und früheren Berliner Staatsopernintendanten Georg Quander, der die Oper von Herbst 2011 an leiten soll. 'Wir haben eine ganz starke Adresse auf dem Tisch', brüstete sich auch Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU). Ballettintendant Reid Anderson, Schauspielchef Hasko Weber und der designierte Verwaltungsleiter Marc-Oliver Hendricks kritisierten das Vorgehen der Politiker öffentlich und forderten ein faires Nachfolgeverfahren ohne Vorabfestlegungen. Von einem offenen Wettbewerb um die besten künstlerischen Konzepte scheint aber die Politik in Stuttgart nicht viel zu halten."
FAZ (wild), 08.07.2009
kulturchronist - 14. Jul, 11:41















