Kommunalwahl komplex
Ich bin meiner Wahlpflicht nachgekommen und habe nun Briefwahl gemacht (wg. Sonntagsausflug). Einfach war's nicht. Europawahl und so genannte Regionalversammlung - kein Problem, ein Kreuz machen und fertig, wobei allerdings die Parteien nicht etwa in gleicher Reihenfolge auf dem Zettel stehen. Aber die Kommunalwahl! Ich habe 60 Stimmen und darf "panaschieren" und "kumulieren", kann die Stimmen also verteilen auf verschiedene Kandidaten (von verschiedenen Parteien, wenn mir danach ist), wobei ich einzelnen jeweils eine, zwei oder drei Stimmen geben kann, aber keinesfalls die 60 insgesamt überschreiten darf, weil's dann ungültig ist. Zu diesem Zweck bekommt man vorab einen langen bunten Block von Stimmzetteln zugeschickt, den man schon präpariert ins Wahllokal mitbringen soll. Aber was mache ich mit 60 Stimmen, wenn ich die Kandidaten doch nur vom Plakatgesicht kenne? Nach Sympathie ankreuzen? Das wäre eine Verspottung der Demokratie, geht also nicht. Ich atme auf, als ich die umfangreiche Anleitung weiterlese: "Sie können auch den Stimmzettel einer Partei abtrennen und ohne jede Markierung in den Umschlag stecken. Dann bekommen alle 60 Kandidaten jeweils eine Stimme." Gelobt sei der Erfinder dieser Regel - obwohl es seltsam ist, den gelben Zettel nun wieder ohne ein einziges Kreuz abzugeben. Denn einige Plakatgesichter waren durchaus sympathisch.
kulturchronist - 5. Jun, 15:35
















