Gerechte Sprache?
Die Bibel in der so genannten "gerechten Sprache" ist ein Alptraum. Anstelle solcher Fleißarbeit finde ich es interessanter, das Augenmerk auf einen "gerechten Sprachgebrauch" zu lenken. In den letzten Tagen wurde ja viel berichtet über die Sozialistische Partei in Frankreich und die Rangeleien um deren Vorsitz. Nun trifft es sich, dass hier u.a. Segolène Royal und Martine Aubry kandidieren. Das mit "Damenwahl" zu betiteln, ist ja vielleicht noch ganz nett, aber nicht einmal der verehrte Deutschlandfunk entblödete sich, von einem "Zickenkrieg" zu sprechen. Kaum ein Berichterstatter vergisst zu erwähnen, dass Aubry die Tochter von Jacques Delors und Royal die Ex-Lebensgefährtin des derzeitigen PS-Vorsitzenden Hollande ist. Was soll das? Irgendwann in meiner Jugend hörte ich mal die Rede einer Politikerin, die die Auswahl Herr/Frau/Fräulein auf damals gebräuchlichen Formularen scharf kritisierte: Das sei typisch, meinte sie, "erst durch den Mann wird das Fräulein zur Frau". Zwar ist der Gebrauch von "Fräulein" inzwischen aus der Mode gekommen, immerhin - aber sonst?
kulturchronist - 17. Nov, 14:56















