Abschied von den Galionsfiguren
Auch jenseits des Mozartsaals: die Hugo-Wolf-Akademie stellt ihr Saisonprogramm vor - Bericht für die Stuttgarter Zeitung (veröffentlicht heute)
Die Stuttgarter Hugo-Wolf-Akademie will nach dem Weggang ihres langjährigen künstlerischen Leiters Hartmut Höll offenbar nicht mehr auf eine Galionsfigur setzen. Dass Hölls Nachfolger, der Tenor und Gesangspädagoge Francisco Araiza, bei der Präsentation des Saisonprogramms 2008/09 gar nicht anwesend war, ist dennoch verwunderlich. Zwar verwies der Geschäftsführer Mario Schulz, der diesen Posten ehrenamtlich wahrnimmt, darauf, dass Araiza bei der Programmgestaltung ein gewichtiges Wort mitgesprochen habe, deren Bekanntgabe gehöre aber zum "operativen Bereich", den Schulz von der künstlerischen Leitung emanzipieren will.
Emanzipiert hat man sich auch vom Mozartsaal, der in der Vergangenheit beinahe exklusiver Spielort der Akademieprojekte war. Durch Araizas Professur an der Stuttgarter Musikhochschule befördert, werden einige Konzerte in deren Sälen stattfinden. Darüber hinaus will die Hugo-Wolf-Akademie in die Stadtteile ausstrahlen und bietet Konzerte im Bürgerhaus Möhringen und im Augustinum an.
Ausflüge in die Region ermöglichen zwei Programme im Deutschen Literaturarchiv Marbach, ein Abend im Tübinger Pfleghof und ein Konzert bei den Ludwigsburger Festspiele. Solide Qualität versprechen die Sängernamen, darunter Nathalie Stutzmann, Olaf Bär, Christiane Oelze, Michaela Kaune, Birgid Steinberger und Markus Marquardt. Auch zwei Legenden der Sangeskunst sind vertreten: Dietrich Fischer-Dieskau wird zum Auftakt einer neuen Reihe "Lied in der Oper" mit der erstmalig verliehenen Hugo-Wolf-Medaille geehrt; Peter Schreier gibt einen Meisterkurs. Abseits vom Schwerpunkt Kunstlied sind der Sprecher Max Schautzer und die Geigerin Mirijam Contzen angekündigt.
Mario Schulz erläuterte auch die Kooperation mit den Ludwigsburger Festspielen und versuchte, die ob dieser Konstellation brodelnde Gerüchteküche trockenzulegen. Sekundiert von seinem Ludwigsburger Kollegen Markus Kiesel, unterstrich Schulz die klare Trennung von Kunst und Geschäft: Ludwigsburg unterstütze die Stuttgarter "in allen nichtkünstlerischen Bereichen" von Marketing und Vertrieb bis zur Betreuung der Drucksachen. Das Profil der Hugo-Wolf-Akademie werde nicht beeinträchtigt, dazu sei deren Vorstand "viel zu selbstbewusst", meinte Schulz. Kiesel wiederum betonte, die Ludwigsburger Türen stünden "weit offen" auch für eine intensivere Zusammenarbeit. Was hier geht und nicht geht, muss sich noch weisen - die bisherigen Erfahrungen werteten beide als positiv, ja "beispielhaft".
http://www.hugo-wolf-akademie.de
Die Stuttgarter Hugo-Wolf-Akademie will nach dem Weggang ihres langjährigen künstlerischen Leiters Hartmut Höll offenbar nicht mehr auf eine Galionsfigur setzen. Dass Hölls Nachfolger, der Tenor und Gesangspädagoge Francisco Araiza, bei der Präsentation des Saisonprogramms 2008/09 gar nicht anwesend war, ist dennoch verwunderlich. Zwar verwies der Geschäftsführer Mario Schulz, der diesen Posten ehrenamtlich wahrnimmt, darauf, dass Araiza bei der Programmgestaltung ein gewichtiges Wort mitgesprochen habe, deren Bekanntgabe gehöre aber zum "operativen Bereich", den Schulz von der künstlerischen Leitung emanzipieren will.
Emanzipiert hat man sich auch vom Mozartsaal, der in der Vergangenheit beinahe exklusiver Spielort der Akademieprojekte war. Durch Araizas Professur an der Stuttgarter Musikhochschule befördert, werden einige Konzerte in deren Sälen stattfinden. Darüber hinaus will die Hugo-Wolf-Akademie in die Stadtteile ausstrahlen und bietet Konzerte im Bürgerhaus Möhringen und im Augustinum an.
Ausflüge in die Region ermöglichen zwei Programme im Deutschen Literaturarchiv Marbach, ein Abend im Tübinger Pfleghof und ein Konzert bei den Ludwigsburger Festspiele. Solide Qualität versprechen die Sängernamen, darunter Nathalie Stutzmann, Olaf Bär, Christiane Oelze, Michaela Kaune, Birgid Steinberger und Markus Marquardt. Auch zwei Legenden der Sangeskunst sind vertreten: Dietrich Fischer-Dieskau wird zum Auftakt einer neuen Reihe "Lied in der Oper" mit der erstmalig verliehenen Hugo-Wolf-Medaille geehrt; Peter Schreier gibt einen Meisterkurs. Abseits vom Schwerpunkt Kunstlied sind der Sprecher Max Schautzer und die Geigerin Mirijam Contzen angekündigt.
Mario Schulz erläuterte auch die Kooperation mit den Ludwigsburger Festspielen und versuchte, die ob dieser Konstellation brodelnde Gerüchteküche trockenzulegen. Sekundiert von seinem Ludwigsburger Kollegen Markus Kiesel, unterstrich Schulz die klare Trennung von Kunst und Geschäft: Ludwigsburg unterstütze die Stuttgarter "in allen nichtkünstlerischen Bereichen" von Marketing und Vertrieb bis zur Betreuung der Drucksachen. Das Profil der Hugo-Wolf-Akademie werde nicht beeinträchtigt, dazu sei deren Vorstand "viel zu selbstbewusst", meinte Schulz. Kiesel wiederum betonte, die Ludwigsburger Türen stünden "weit offen" auch für eine intensivere Zusammenarbeit. Was hier geht und nicht geht, muss sich noch weisen - die bisherigen Erfahrungen werteten beide als positiv, ja "beispielhaft".
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kulturchronist - 9. Jul, 09:52

















