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Montag, 13. Juli 2009

Was man mit 30 will, soll, muss

"Mit 30 muss das Erreichte dem Erträumten standhalten" - so erinnere ich einen Satz aus dem Stück Zarah 47, das wir in Greifswald anno 1992 uraufführten. Ob man das, was man mit 30 ist, so gewollt hat, darüber und über vieles mehr denkt Katharina Wagner nach. Ein feines Portrait von Christine Lemke-Matwey im aktuellen Zeit-Magazin, auch online zu lesen.

Johannes Calvin - 500 wird er schon

Zum 500. Geburtstag von Johannes Calvin hat Rolf Spinnler in der Stuttgarter Zeitung (10.07.2009) einen sehr schönen Beitrag geschrieben, der sehr anregend Nutzen und Widersprüchlichkeit des "reformierten" Glaubens aufzeigt, und auch die Perversion von dessen Ideen: "Ein Begriff des Bösen hat die politische Agenda erobert, der nicht mehr das Schlechte meint, das man verhindern, sondern die Sünde, die man bestrafen muss. Die politischen Gegner sollen nicht lediglich an ihrem Tun gehindert, sondern gezüchtigt, umerzogen und bekehrt werden: Politik ist nicht mehr die Kunst, dem Schlimmen zu wehren, sondern wird zum Kreuzzug gegen das Reich des Bösen."

Der Kern des Föderalismus

Die NZZ trifft mal wieder den Nagel auf dem Kopf (Ausgabe 4./5. Juli): "Blühende Landschaften sind nicht planbar", schreibt sie der deutschen Politik ins Stammbuch: "Man will wegkommen von Subventionen mit der Giesskanne, welche die Initiative der Menschen in der Regel erlahmen lassen. Vielmehr soll die Bevölkerung vor Ort ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Das ist eigentlich keine revolutionäre Einsicht für ein Land, das sich föderal nennt. Doch im Föderalismus nach deutscher Lesart steht die Umverteilung von «reicheren» zu «ärmeren» Regionen im Vordergrund. Die Entwicklung im Osten Deutschlands erfordert jedoch eine Rückbesinnung auf den eigentlichen Kern des Föderalismus: die lokale Suche nach der jeweils besten Lösung."

Nachmittags im Garten by (bei?) Andreas Scholl



Andreas Scholl ist offensichtlich nicht nur ein begnadeter, wunderbarer Sänger. Vorgestern entdeckte ich seine Youtube-Seite und dort diese Video-Impressionen eines frühsommerlichen Nachmittags mit sympathischen Leuten und nicht zuletzt zwei Katzen. (Meine alte Dame bedankt sich für die Anregung, sie am Köpfchen von hinten nach vorne zu kraulen!) Als Sänger sahen und hörten wir Scholl vor mittlerweile auch schon wieder fast einem Monat bei der Schubertiade im Angelika-Kaufmann-Saal in Schwarzenberg, einem ganz eigenen Festspielort - wo sonst kann man während des Konzerts durch zwei Fenster in die Berge sehen und in der Pause ein derartiges Panorama genießen? Und vor dem Konzert wandern? Und danach in ein exquisites Café namens Angelikahöhe gehen? Alles fantastisch.

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