Ich habe das Gefühl, wir werden es noch bereuen, aber ich will nicht unsachgemäß unken. Ein Zitat aus der gestrigen
NZZ (da waren die Opel-Rettungsgespräche noch nicht abgeschlossen): "Nicht ganz vom Tisch, wenn auch wenig wahrscheinlich, ist die Option, Opel in die Insolvenz zu schicken. Dies wäre für den Steuerzahler die weniger riskante Variante als die milliardenschweren Bürgschaften. Völlig aus dem Blick ist in dem tagelangen Ringen außerdem geraten, dass das Untergehen von Firmen, auch von mittelgroßen wie Opel, ein zentrales Prinzip einer funktionierenden Marktwirtschaft sein muss: Erfolg wird belohnt, jahrelanges Missmanagement bestraft. Eine Insolvenz bedeutet auch nicht automatisch das Ende. Vielmehr versucht ein Insolvenzverwalter ein Unternehmen zu erhalten und Investoren zu gewinnen. Nur wenn die Firma nicht saniert werden kann, wird sie liquidiert." Tja, selbst der Versuch, mit dem Begriff "geordnete Insolvenz" (gibt es auch eine ungeordnete?) diese Option ein wenig netter zu machen, nützte nichts. Geradezu apokalyptische Visionen erschienen mir bei der Lektüre der heutigen
FAZ, die u.a. auch klar macht, dass der vermeintliche Retter Magna nicht einen Cent für die vermeintliche Rettung selbst bezahlt, oder besser gesagt nicht das geringste Risiko eingeht. Es ist furchtbar. Immerhin ein Aspekt weist in die Zukunft: Opel wird zu einem guten Teil von einer russischen Bank übernommen.