Was sich zunächst nach sinnvoller Kooperation anhört, könnte die Tür zum Abbau der ARD-Radiokultur öffnen: Laut Stuttgarter Zeitung vom Samstag hat die ARD-Hörfunkkommission "verbindlich ... beschlossen", in diesem Sommer vier Stunden pro Abend allen Kulturwellen ein einheitliches Programm zu
verordnen. Was vorher sehr vielfältig und recht kostengünstig funktioniert hat, soll nun einheitlich geregelt werden. Das wird als "ARD-Radiofestival" angekündigt, als handele es sich dabei um etwas Neues - das gibt's aber dank
ARD- und
EBU-Austausch schon lange (als "Festlichen Radiosommer") und mit mehr Auswahl. Gerade heute, wo man viele der Kulturwellen im Internet hören kann, zahlt sich die Vielfalt eigentlich erst richtig aus. Aber nun: Einheitsbrei. Vielleicht mag das für manche der ohnehin arg gestutzten und nivellierten Programme noch ganz gut sein, für die Leuchttürme
SWR 2 und
Bayern 4 jedoch sicher nicht. Und endlich hat Bayern mal Recht, wenn es sich aus dem gemeinsamen Programm ausschaltet: Die laut Ankündigung auf das jeweilige Konzert folgenden "spannenden Wortprogramme" will Bayern 4 nicht übernehmen, weil man damit der - ebenso wertvollen - Kulturwelle
Bayern 2 Konkurrenz machen würde. Gut so!