"Gerechte Sprache" ist so eine Sache. Nachdem sich bei den Politikern die "Menschen" anstatt der offenbar schon zu langen "Bürgerinnen und Bürger" eingebürgert haben, führt das Streben nach gerechter Kürze so manches Mal geradewegs ins Ungefähre. So sprach die österreichische Außenministerin kürzlich von "viertausend Truppen" - man ahnt, dass sie viertausend Soldatinnen (!) und Soldaten meint, aber falsch und gedanklich ungenau ist es dennoch.
kulturchronist - 29. Sep, 22:30
Ich will dich lieben, meine Stärke,
Ich will dich lieben, meine Zier,
Ich will dich lieben mit dem Werke
Und immerwährender Begier.
Ich will dich lieben, schönstes Licht,
Bis mir das Herze bricht.
Schön, nicht? Das schrieb Angelus Silesius (1624-1677). Neulich hörte ich diesen Text, von einem Kinderchor gesungen, in einem ganz hübschen Fernsehfilm, den ich bei meinen Eltern sah. Nun ist mein Vater schwerhörig und schaltet die Untertitel für Hörgeschädigte ein. Und da stand:
Ich will dich lieben mit dem Werke
und ewig während der Begier.
Lustig oder gedankenlos?
kulturchronist - 29. Sep, 22:24