Freitag, 27. Juni 2008

Ein Opernexot zu sein...

...ist zumindest gegenüber den Medien wohl von Vorteil: Kein Artikel über Barrie Kosky, der nicht die Ringe und/oder das Hündchen erwähnt, mit denen sich der künftige Intendant der Komischen Oper Berlin ziert. Dass die Oper "im Moment so einen kick in the ass" braucht, damit könnte er Recht haben. Schauen wir mal, was der "jüdische, schwule Opernzigeuner" (Kosky über Kosky via Süddeutsche Zeitung) in Berlin so anstellt. Vorbildlich und nicht nur in der Hauptstadt ganz und gar ungewohnt: Der Wechsel von Homoki zu Kosky wurde ganze vier, in Worten vier Jahre im Voraus organisiert und bekanntgegeben. Davon sollten sich die Berufungströdler und -hektiker, die im Kulturbetrieb immer zahlreicher werden, gleich mehrere Scheiben abschneiden.

Meine Reiselust...

...kann ich zwar im Sommer nicht befriedigen (Grund: hier). Aber ich will wenigstens endlich mal meine vier Lieblingshotels vorzeigen. Alle Richtung Süden, aber nicht zu weit. Also: Stadturlaub in Bern gefällig? Dann ab ins Marthahaus. Lieber in die Berge? Dann gute Fahrt zum Valserhof (Vals, Graubünden). Über die Alpen hinweg ins Tessin: Mein Lieblingsort ist Brissago am Lago Maggiore, Hotel Eden. Und wer besteht schon auf dem Bodensee-Ufer, wenn er ein paar Kilometer oberhalb von Lindau die Martinsmühle haben kann? Was verbindet die drei? Eine schöne Lage (Marthahaus: mitten in Bern, aber ruhig; Eden zwar an der Straße, aber mit stillem Garten am See; die anderen beiden sowieso), vernünftige Preise, eher klein, persönliche und doch diskrete Zuwendung durch die Hoteliers.

It's the economy...

Ich gehöre nicht zu den Kulturmachern mit Abneigung gegen die Wirtschaft. Und deshalb freue ich mich über die guten Nachrichten aus der Stuttgarter Stadtkämmerei. (2010 will Herr Föll also eine schuldenfreie Stadt haben - wenn das kein roter Teppich auf seinem Weg zum OB-Amt ist...) Was ich davon habe, wenn Stuttgart im Geld schwimmt? Die Kürzung der Grundsteuer, 10 Euro im Jahr ungefähr in unserem Fall, ist mir eher egal, aber: Womöglich kann die neue Stadtbücherei (ja, genau die, die es ohne Stuttgart 21 nicht geben könnte) einige Bücher mehr anschaffen? Kann endlich die Auto-Einflugschneise zwischen Staatstheater und Musikhochschule trockengelegt werden? Und 600 Millionen mehr, auf zwei Jahre verteilt, für die Kinderbetreuung berühren mich zwar nicht persönlich, aber das ist doch auch fein. Kurz und gut: Ich bleibe Stuttgart-Fan.

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