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Samstag, 13. Januar 2007

Oper als Erbe

Die Stuttgarter Staatsoper stellt derzeit Entwürfe von Herbert Wernicke aus, dem Opernintendant Puhlmann langjährig als Dramaturg verbunden war. Eins der ebenfalls präsentierten Zitate spricht von der Oper, die im Gegensatz zu Film und Fernsehen als einzige Kunstform "eine andere Wirklichkeit zeigen" könne. Ich finde es zwar zu einfach, Oper und Theater gegen Film und Fernsehen auszuspielen (denn ebenso wie diese große Kunst sein können, kann Theater unendlich banal sein). Aber ich möchte doch einige Gedanken anschließen, nicht ganz zufällig am Vorabend der Stuttgarter Premiere von "Jenufa". Wenn doch Oper eine "andere Wirklichkeit" abbilden kann, warum streben dann so viele Musiktheaterleute danach, auf der Bühne die alltäglichste Wirklichkeit zu zeigen? Oder das, was uns von den Medien als Wirklichkeit aufgedrängt wird: Gewalt, Blut, Dreck - und diese sind doch nicht per se von den Komponisten, Textern und Werken gefordert. Ich tute ungern in das gleiche Horn wie die, die der modernen Opernregie vorwerfen, sie setze nur Komplexe und Sehnsüchte ihrer Macher ins Bild. Aber ruinieren wir vielleicht nicht doch unser Erbe, wenn wir Inszenierungen zeigen, die die Grundkenntnis des Werkes nonchalant voraussetzen, um auch nur ansatzweise verstanden zu werden? Ruinieren wir die Gattung Oper womöglich, wenn wir uns schlichtweg weigern, ganz traditionell Geschichten zu erzählen? Wenn wir behaupten, nur in Jeans und mehrfach vergewaltigt verdeutliche uns eine Opernfigur, was sie hier und heute zu sagen hätte? Denn nicht "neu erzählt" wird, was sich dem Verständnis des interessierten Besuchers verschließt: Es wird letzten Endes überhaupt nicht erzählt.

Zurücktreten statt reden

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"Handeln statt reden" ist der Leitspruch auf Edmund Stoibers Internetseiten. (Gut so, denn das Reden ist seine Stärke nicht.) Auf diesem Bild steht er noch mit hochgerecktem Kinn und lächelt angesichts der auf beinahe stalinistische Weise erzwungenen Treueschwüre seiner Mannen. Wenn die man nicht schon vergiftet waren - mir schien dieses Bild wie der Anfang vom Ende, auch wenn die Worte etwas anderes sagten. Ich bin gespannt, wie es weitergeht: ein weiteres Beispiel des schlechtestmöglichen Abgangs?

The Superb Story, Part 07

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Von einer Tausendkilometer-Tour zurück und nach wie vor begeistert. (Obwohl: Bisschen Rückenschmerzen - lag's am Sitzen oder an den Sitzen?) Auch von den Nachbarskindern beigebrachte Kratzer und die Hinterlassenschaft der Tauben just nach der großen Wäsche trüben mein Vergnügen nicht! (Das Foto machte ich auf der A61 am Parkplatz "Moselblick".)

Ziviles

Gerade "Klassik, Pop etcetera" im Deutschlandfunk gehört - heute mit der durchaus geschätzten Joana. Etwas verkürzt zitiere ich die Liedermacherin: "Wir laufen heute Gefahr, die Errungenschaften des 20. Jahrhunderts zu verlieren zu Gunsten einer unzivilisierten Marktgesellschaft." Nun denn. Erstens: Zu den Errungenschaften des 20. Jahrhunderts gehört ja auch eine bis dahin ungeahnte Gewalt, die so gar nichts Ziviles hat. Und der ach so geliebte Sozialstaat? Hat er seine Wurzeln nicht in Bismarcks Wohltaten am Ende des 19. Jahrhunderts, die im Grunde die Systemkritiker besänftigen (oder abfüttern) sollten? Außerdem: Gibt es etwas "Zivileres" als einen gut funktionierenden Markt? Der Begriff "Zivilgesellschaft", immer wieder gern genommen, hat auch so etwas Verdrehtes: Gäbe es als Gegenpol eine "Militärgesellschaft"? Gesellschaft allein, in Deutschland gar zu gern mit Staat verwechselt oder gleichgesetzt, täte es eigentlich auch.

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