Auftritt von Individualisten
Das Freiburger Barockorchester spielt Vivaldi - Rezension für die Stuttgarter Zeitung (Konzert am 12.12.2006)
Eigentlich hätte das Konzert des Freiburger Barockorchesters im Mozartsaal der Liederhalle „Venedig!“ heißen müssen und nicht „Vivaldi!“. Zwar standen ausschließlich Konzerte des Italieners auf dem Programm – ein früher angekündigter Bach kam nicht zum Vortrag –, aber vom Programmheft auf den Geburts- und Wirkungsort des Komponisten eingestimmt, vermeinte man bei den sechs Konzerten in ständig wechselnder Besetzung tatsächlich das pralle, bunte Leben rund um San Marco in musikalischer Gestalt zu erkennen.
Vivaldis Instrumentalkonzerte zeichnen sich nicht zuletzt dadurch aus, dass sie, bevor sie eintönig werden könnten, meist schon wieder zu Ende sind. Diese Kürze hat der Komponist allerdings prickelnd gewürzt, und das Freiburger Barockorchester in Zwanzigerbesetzung kostet jeden Takt mit der ihm eigenen, sicht- und hörbaren Verbindung von musikalischer Kompetenz, gemeinschaftlichem Spaß und hoher gegenseitiger Aufmerksamkeit aus.
Ausgewählt hatte man sechs Konzerte, die sich von den abgenudelten „Jahreszeiten“ vor allem durch die Mitwirkung von Bläsern unterscheiden. Zwischen den zart schwebenden Querflötentönen Karl Kaisers und den zünftig schmetternden Hörnern von Teunis van der Zwart und Erwin Wieringa gab es Schönes von Blockflöten und Oboen zu vernehmen, und in diesem vielfarbigen Zusammenklang waren dann auch die solistischen Violintöne von Anne-Katharina Schreiber und Gottfried von der Goltz eine angenehme, zum Glück gar nicht süßliche Abwechslung. Einen Gutteil der vielen Bravi darf sich auch die exzellente Continuo-Gruppe zurechnen.
Dass die Mitglieder des demokratisch verfassten Freiburger Barockorchesters auch bei ihren Auftritten und Abgängen Individualisten sind, kann der mit freundlicher Energie leitende Konzertmeister von der Goltz allerdings nicht ändern. Will er aber vermutlich auch gar nicht.
http://www.barockorchester.de
Eigentlich hätte das Konzert des Freiburger Barockorchesters im Mozartsaal der Liederhalle „Venedig!“ heißen müssen und nicht „Vivaldi!“. Zwar standen ausschließlich Konzerte des Italieners auf dem Programm – ein früher angekündigter Bach kam nicht zum Vortrag –, aber vom Programmheft auf den Geburts- und Wirkungsort des Komponisten eingestimmt, vermeinte man bei den sechs Konzerten in ständig wechselnder Besetzung tatsächlich das pralle, bunte Leben rund um San Marco in musikalischer Gestalt zu erkennen.
Vivaldis Instrumentalkonzerte zeichnen sich nicht zuletzt dadurch aus, dass sie, bevor sie eintönig werden könnten, meist schon wieder zu Ende sind. Diese Kürze hat der Komponist allerdings prickelnd gewürzt, und das Freiburger Barockorchester in Zwanzigerbesetzung kostet jeden Takt mit der ihm eigenen, sicht- und hörbaren Verbindung von musikalischer Kompetenz, gemeinschaftlichem Spaß und hoher gegenseitiger Aufmerksamkeit aus.
Ausgewählt hatte man sechs Konzerte, die sich von den abgenudelten „Jahreszeiten“ vor allem durch die Mitwirkung von Bläsern unterscheiden. Zwischen den zart schwebenden Querflötentönen Karl Kaisers und den zünftig schmetternden Hörnern von Teunis van der Zwart und Erwin Wieringa gab es Schönes von Blockflöten und Oboen zu vernehmen, und in diesem vielfarbigen Zusammenklang waren dann auch die solistischen Violintöne von Anne-Katharina Schreiber und Gottfried von der Goltz eine angenehme, zum Glück gar nicht süßliche Abwechslung. Einen Gutteil der vielen Bravi darf sich auch die exzellente Continuo-Gruppe zurechnen.
Dass die Mitglieder des demokratisch verfassten Freiburger Barockorchesters auch bei ihren Auftritten und Abgängen Individualisten sind, kann der mit freundlicher Energie leitende Konzertmeister von der Goltz allerdings nicht ändern. Will er aber vermutlich auch gar nicht.
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kulturchronist - 13. Dez, 07:33
















